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Boden als öffentliche Infrastruktur

Boden ist eine zentrale Grundlage wirtschaftlicher Entwicklung und gesellschaftlichen Wohlergehens, spielt im ökonomischen Diskurs heutzutage jedoch meist nur eine Nebenrolle. Dabei wirft die endliche Ressource Boden zentrale Fragen einer  verlässlichen Grundversorgung innerhalb planetarer Grenzen auf: von Wohnen, Energie und Mobilität bis hin zu Industrie, Landwirtschaft, Erholungsräumen und ökologischen Funktionen. Boden ist damit ein entscheidender Faktor, an dem sich zugleich vielfältige soziale, ökologische und politische Konflikte verdichten. Im Zuge der sozial-ökologischen Transformation wird deutlich, dass der Umgang mit Boden nicht nur Fragen des Eigentums, der Planung und der gemeinwohlorientierten Nutzung betrifft, sondern auch kommunaler Handlungsfähigkeit und demokratischer Gestaltung.

Die Sonderreihe „Boden als öffentliche Infrastruktur“ widmet sich diesen Zusammenhängen aus unterschiedlichen Perspektiven. In fünf Beiträgen geht sie der Frage nach, was es heißt, Boden als öffentliche Infrastruktur neu zu denken und welche Konsequenzen sich daraus für eine zeitgemäße Bodenpolitik und die ökonomische Debatte über Boden ergeben. Sie behandelt Fragen der Bodengerechtigkeit, der Demokratisierung urbaner Bodenbeziehungen, der Rolle von Bodenrenten und Bodenwerten für Infrastrukturen sowie des Flächensparens, dessen Relevanz weit über ökologische Zielsetzungen hinausgeht. Insgesamt möchte die Reihe bislang unterbelichtete Fragen stärker sichtbar machen und so auch die Bedeutung von Boden für ein zukunftsfähiges Wirtschaften herausarbeiten.

Die Reihe wird von Economists for Future gemeinsam mit dem Kompetenzzentrum Alltagsökonomie kuratiert und erscheint in Kooperation mit dem Makronom Magazin. Gefördert von der Heidehof Stiftung.

Warum Boden als öffentliche Infrastruktur betrachtet werden kann – und sollte

von Pius Kobler & Ulrike Gölker Zeugin

Wer Boden lediglich als Ware oder Kapitalanlage betrachtet, verkennt seine gesellschaftliche Funktion. Eine neue Serie widmet sich der Frage, warum Boden als öffentliche Infrastruktur verstanden werden sollte und was das für die wirtschaftspolitische Debatte bedeutet. Weiterlesen…

Maßstäbe für eine gerechte Bodennutzung in der Stadt 

von Julian Degan

Das Konzept der urbanen Bodengerechtigkeit bietet einen normativen Rahmen, der bezahlbares Wohnen, demokratische Bodenpolitik und ökologische Grenzen zusammendenkt. Weiterlesen…

Auf dem Weg in die Postwachstumsstadt

von Katja Schubel

Boden ist endlich, aber seine Nutzung entscheidet über Wohnraum, Klimaresilienz und soziale Gerechtigkeit. Urban Commons und Commons-Public-Partnerships könnten die Bodenpolitik demokratisieren und gemeinwohlorientierte Stadtentwicklung gegen Finanzialisierung und Verdrängung stärken. Weiterlesen…

Bodenwert und Grundsteuer: Aus gutem Grund?

von Dirk Löhr

Zentrale Lagen sind nicht wegen der Gebäude, sondern wegen der Infrastruktur so teuer, die in Bodenwerten sichtbar wird. Genau darin liegt die ökonomische Logik des Äquivalenzprinzips zur Rechtfertigung der Grundsteuer. Weiterlesen…

Die Zielkonflikte der Bodenpolitik

von David J. Petersen, Barbara Steinbrunner, Leonhard Plank und Stefanie Gülly

Flächensparen ist keine Verhinderungspolitik, sondern eine Voraussetzung kommunaler Handlungsfähigkeit. Daher müssen Wohnen, Klimaschutz, Mobilität, Infrastruktur und ökologische Tragfähigkeit zusammengedacht werden. Weiterlesen…

Redaktioneller Hinweis: Die Beiträge dieser Reihe spiegeln die Perspektiven der jeweiligen Autor:innen wider und entsprechen nicht notwendigerweise den Positionen von Economists for Future. Die Reihe versteht sich als plural-ökonomischer Debattenraum über zukunftsfähiges Wirtschaften.

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