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Transformation des Selbstverständlichen.

Alltagsökonomie und Daseinsvorsorge in der sozial-ökologischen Krise

Interdisziplinäre Fachtagung | 26. – 27. März 2026 | Hochschule Sankt Georgen, Frankfurt am Main

Trinkwasser aus dem Wasserhahn, Strom aus der Steckdose, aber auch bezahlbarer Wohnraum und eine gut ausgebaute, intakte Verkehrsinfrastruktur gehören zu den Gütern der Daseinsvorsorge. Ohne sie ist ein gutes Leben in gesellschaftlicher Teilhabe in Deutschland undenkbar. Doch während eine verlässliche und zugängliche Versorgung aller mit diesen Alltagsgütern lange als Selbstverständlichkeit galt, gerät sie in den letzten Jahren zunehmend unter Druck. Steigende Energiekosten belasten zahlreiche Haushalte, bezahlbarer städtischer Wohnraum wird immer knapper, die chronisch unterfinanzierte öffentliche Verkehrsinfrastruktur bröckelt vor sich hin und die Wasserversorgung schwankt zwischen Privatisierung und Rekommunalisierung. Zugleich verdeutlicht die Rede von Wärme-, Verkehrs-, Wasser- und anderen Wenden, dass die Bereitstellung von Leistungen der Daseinsvorsorge vor dem Hintergrund der Klimakrise neu gedacht werden muss.

Diesen aktuellen Problemlagen der Daseinsvorsorge und der Alltagsökonomie widmet sich die 12. Ausgabe der interdisziplinären Tagungsreihe „Die Wirtschaft der Gesellschaft“, die das Nell-Breuning-Institut und die FEST (Forschungsstätte der Evangelischen Studiengemeinschaft, Heidelberg) zusammen mit der Abteilung für Plurale Ökonomik der Europa-Universität Flensburg und der Hans-Böckler-Stiftung durchführen.

Aus plural-ökonomischen und normativ-ethischen Perspektiven wird der Leitfrage nachgegangen, wie die Leistungen der Daseinsvorsorge in Deutschland so gestaltet werden können, dass sie allen Menschen zugutekommen – sozial gerecht, ökologisch tragfähig und langfristig finanzierbar. Verfolgt werden u.a. folgende Fragestellungen: Was umfasst die Daseinsvorsorge heute und wie ist sie zwischen öffentlichen und privaten Akteuren strukturiert? Vor welchen sozialen und ökologischen Herausforderungen steht sie? Welche zukunftsfähigen Perspektiven sind mit dem Ansatz der „Alltagsökonomie” verbunden? Wie lassen sich öffentliche Investitionen in die Daseinsvorsorge nachhaltig finanzieren und zugleich die sozial-ökologische Transformation vorantreiben? Können alternative Eigentumsformen bezahlbaren Wohnraum in Städten sichern? Und wie kann Mobilität im ländlichen Raum nachhaltig und sozial gerecht organisiert werden?

➥ Die Anmeldefrist für die Tagung ist abgelaufen. Wir laden jedoch weiterhin herzlich zur öffentlichen Abendveranstaltung am 26.03. um 19:30 Uhr ein. Mehr Infos siehe 👉

+++ PROGRAMM +++

Donnerstag, den 26. März 2026

13:30 – 14:15 Uhr | Begrüßung und Einführung in das Thema

14:15 – 15:45 Uhr | Daseinsvorsorge und Alltagsökonomie – Herausforderungen im
Hinblick auf eine sozial-ökologische Transformation

  • Zentrale Perspektiven der Alltagsökonomie: Einführung in das Konzept, Prof. Dr. Andreas Novy (Wirtschaftsuniversität Wien)
  • Sozialethische Anmerkungen zur Ökonomie der Daseinsvorsorge, Prof. Dr. Matthias Möhring-Hesse (Universität Tübingen)

16:15 – 17:45 Uhr | Öffentliche Investitionen in der sozial-ökologischen Transformation

  • Wieviel Klimaneutralität steckt im Sondervermögen? Dr. Katja Rietzler (Hans-Böckler-Stiftung)
  • Das „Öffentliche″ als Überwindung natürlicher Knappheit? Zum Verhältnis von Öffentlich und Privat in der ökologischen Transformation, Dr. Eva Weiler (Universität Duisburg-Essen)

👉 19:30 21:00 Uhr | Öffentliche Abendveranstaltung (Eintritt frei + ohne Anmeldung)

Podium: Öffentliche Leistungen in der Krise – Daseinsvorsorge zwischen ökologischen Herausforderungen, Sozialreformen und Verteidigungsfähigkeit
  • Patrick Kaczmarczyk (Kompetenzzentrum für Transformation, Universität Mannheim)
  • Friederike Reimer (Global Climate Forum)
  • Leo Laurin Wagener (FiscalFuture)

Moderiert von Kristin Langen

Wo: Aula – Philosophisch Theologische Hochschule Sankt Georgen, Offenbacher Landstraße 224, 60522 Frankfurt am Main

Durch Finanzengpässe der öffentlichen Hand, die ökologische Krise und Transformation, Sozialreformen, die auf Verschlankung zielen und die militärische Aufrüstung gerät die öffentliche Daseinsvorsorge unter Druck. Müssen lokale bzw. regionale öffentliche Aufgaben neu priorisiert oder gar eingeschränkt werden? Was bedeuten entsprechende Bestrebungen für die Lebensbedingungen der Menschen in dieser Gesellschaft – insbesondere für diejenigen, die mit einem geringen Einkommen zurechtkommen müssen oder in strukturschwachen Regionen leben?

Freitag, den 27. März 2026

9:00 – 10:30 Uhr | Städtisches Wohnen den Märkten entziehen?

  • Wohnungsnot in deutschen Städten: Ursachen und mögliche Lösungen, Prof. Dr. Claudius Gräbner-Radkowitsch (Europa-Universität Flensburg)
  • Eigentum an städtischem Boden und das Recht auf Wohnen, Prof. Dr. Isabel Feichtner (Universität Würzburg)

11:00 – 12:30 Uhr | Mobilität im ländlichen Raum

  • Herausforderungen der Mobilität im ländlichen Raum: Im Spannungsfeld von Daseinsvorsorge, Nachhaltigkeit und finanziellen Herausforderungen, Dr. Lisa Ruhrort (Deutsches Institut für Urbanistik Berlin)
  • Mobilitätsansprüche im ländlichen Raum: Anerkennung, Gerechtigkeit, Befähigung, Dr. Johannes Müller-Salo (Leibniz Universität Hannover)

12:30 – 13:30 Uhr | Abschlussdiskussion

  • Kommentar durch Anna Karger-Kroll (Universität Siegen) und durch David J. Petersen (Europa-Universität Flensburg)