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Webinar-Reihe 2026/2027: Boden als öffentliche InfrastruktuR

Mit der zweiten Auflage der Online-Vortragsreihe wollen wir den Blick schärfen, wie Boden zum Gegenstand unterschiedlicher Interessen und Verwertungsansprüche wird: Was passiert, wenn Boden zur Wertanlage einzelner Akteure wird? Wie prägen Eigentumsrechte, Bewertungsverfahren und Finanzialisierung unseren Umgang mit dieser begrenzten Ressource? Und welche Handlungsmöglichkeiten haben Politik, Planung und Kommunen, wenn Flächen gespart und Böden geschützt werden sollen?

Bei der begrenzten Ressource Boden treffen unterschiedliche und konkurrierende Ansprüche, etwa für Wohnen, Energiewende, Landwirtschaft und Naturschutz aufeinander. Hinzu kommt, dass Boden nicht nur genutzt, sondern auch als Vermögens- und Spekulationsobjekt betrachtet wird. Wenn dabei Renditeerwartungen gegenüber anderen Nutzungsinteressen an Gewicht gewinnen, können sich Konflikte um Zugang, Nutzung und Bezahlbarkeit verschärfen.   

Die Vorträge verbinden aktuelle Forschung mit konkreten Einblicken aus der Praxis. Sie zeigen aus unterschiedlichen Perspektiven, wie Eigentum, Wertbildung und Finanzialisierung den Umgang mit Boden prägen – und welche Möglichkeiten es gibt, Bodenpolitik transparenter, flächensparender und stärker am Gemeinwohl auszurichten.

➥ Bitte hier anmelden. Die Teilnahme ist kostenlos.

Hinweis für Studierende: Begleitend zur Webinarreihe bieten wir einen zusätzlichen Einführungstermin zum Kennenlernen und Austausch mit Studierenden anderer Hochschulen sowie eine gemeinsame Abschlussreflexion an. Weitere Informationen dazu finden sich im Anmeldeformular.

29. Oktober 2026 | 13-15 Uhr

Von Verwertung des Bodens zu Vergesellschaftung: Welche Rolle spielt das Recht?

Isabel Feichtner ist Professorin für Öffentliches Recht und Wirtschaftsvölkerrecht an der Universität Würzburg. In ihrer Forschung befasst sie sich mit der Rolle des Rechts in der Politischen Ökonomie, sowie mit dem Konzept des Gemeinsamen und den Commons.

12. November 2026 | 13-15 Uhr

Ortskernrettung und Bodenschutz in Gemeinden

Online-Filmscreening “Kernstück” mit anschließendem Filmgespräch

Ulrike Feichtinger ist im Klimabündnis Österreich für Bodenschutz und Energiearmut verantwortlich. Seit 2021 belegt sie das Amt der Vizebürgermeisterin der Stadtgemeinde Gmunden und engagiert sich für eine klimafitte Stadtentwicklung. Im Bodenbündnis Österreich – koordiniert durch das Klimabündnis – entstand gemeinsam mit Regisseurin Cornelia Ohnmacht der Film Kernstück. Vier Gemeinden in Österreich werden hervorgehoben und gezeigt, wie die Belebung von Ortskernen unversiegelte Fläche schützt, Hitzeinseln entschärft und Räume für Begegnung schafft. Nach einer kurzen Einführung und der Filmvorführung steht die Regisseurin für Fragen zur Verfügung. Filmlänge: 75 min.

26. November 2026 | 13-15 Uhr

Baulandüberhänge im Fokus: Wege zu einer flächensparenden Siedlungsentwicklung

Barbara Steinbrunner ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Forschungsbereich Bodenpolitik und Bodenmanagement an der TU Wien. Ihrer Dissertation zum Thema Umgang mit Baulandreserven und Baulandrückwidmungen hat sie im Juli 2026 abgeschlossen. Neben der universitären Beschäftigung arbeitete sie in einem Planungsbüro für örtliche Raumplanung. Ihre Forschungsschwerpunkte sind Bodenpolitik, Planungsrecht und Themen des ländlichen Raums.

Flächensparen für wen? Flächennutzungseffizienz und Verteilungskonflikte in der Wohnraumversorgung

Katharina Künzel ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Bodenpolitik, Bodenmanagement und kommunales Vermessungswesen (Fakultät Raumplanung) an der Technischen Universität Dortmund. In ihrer Forschung und Promotion untersucht sie die Rolle von Bodeneigentümer*innen in der Stadtentwicklung und deren Einfluss auf inter- und intragenerationelle Ungleichheiten in der Wohnraumversorgung. Ihre Schwerpunkte liegen auf kommunaler Bodenpolitik, Nachverdichtungsstrategien und Flächennutzungseffizienz.

10. Dezember 2026 | 13-15 Uhr

Öffentliche Daten, private Silos: Das deutsche Transparenzparadox

Peter Ache ist Sachverständiger für Immobilienwerte und Markttransparenz bei ACHE ImmoWert & Consulting GmbH. Ehemaliger langjähriger Leiter der Geschäftsstelle des Oberen Gutachterausschuss für Grundstückswerte in Niedersachsen und Redaktionsleiter für den Immobilienmarktbericht Deutschland der Gutachterausschüsse. Des Weiteren leitet Herr Ache den Arbeitskreis “Immobilienbewertung” der DVW Gesellschaft für Geodäsie, Geoinformation und Landmanagement. Dzt. Vizepräsident und Vorsitzender der Kommission 9, Immobilienwertermittlung, der international Federation of Surveyors (FIG). Speaker, Moderator und Dozent an Hochschulen, auf Kongressen und bei Fortbildungsinstituten.

Schweizer Verhältnisse: Eine kritische Bestandsaufnahme zu marktbasierten Daten über unbebaute und bebaute Grundstücke

Urs Hausmann studierte an der Universität St. Gallen (HSG) Volkswirtschaftslehre mit Schwerpunkten in Regional- und Umweltökonomie sowie Wirtschaftsethik. Dort promovierte er 1996. Als Mitinhaber folgte ein langjähriges Engagement beim Beratungsunternehmen Wüest Partner. 2015 promovierte er mit einem rechtshistorisch Forschungsprojekt zum Dr. iur. HSG. Seither ist er als selbstständiger Unternehmensberater und Sachbuchautor tätig. Zudem wirkt er als Verwaltungs- und Stiftungsrat und lehrt als Dozent an der Universität Zürich.

14. Januar 2027 | 13-15 Uhr

Finanzialisierung in der Daseinsvorsorge und die Frage des Bodenwertes

Leonhard Plank ist Senior Scientist am Forschungsbereich Finanzwissenschaft und Infrastrukturpolitik im Institut für Raumplanung an der TU Wien. Er ist Teil des internationalen Forschungsnetzwerks Foundational Economy Collective und Mitbegründer des Kompetenzzentrums Alltagsökonomie. Er beschäftigt sich u.a. mit der Analyse und Gestaltung kritischer Infrastrukturen, der Daseinsvorsorge und der Nahversorgung. Mitherausgeber des Handbook of Social Infrastructure und Mitautor der Studie Shareholderorientierte transnationale Investoren in der kritischen sozialen Infrastruktur (2023).

Anna Franziska Kalhorn ist Raumplanerin und am Forschungsbereich Finanzwissenschaft und Infrastrukturpolitik im Institut für Raumplanung an der TU Wien tätig. Ihre Forschungsschwerpunkte sind  sozial-ökologische Infrastrukturbereitstellung insbesondere Housing und Finanzialisierung.

Gerechte und gemeinwohlorientierte Bodenpolitik in einer klimawandelangepassten Landwirtschaft

Jan Brunner ist Agrarreferent mit Schwerpunkt Boden, Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft Mitteldeutschland und Mitarbeiter des Fördervereins bäuerlicher Landwirtschaft. Sein Fokus liegt auf bäuerliche Landwirtschaft und sozial-ökologische Agrarwende.In seiner Promotionsarbeit in Politikwissenschaft beschäftigte er sich mit Agrarindustrie und Landgrabbing. Dzt. leitet er das von der Robert Bosch Stiftung geförderten Projekts „Zukunftsfähige Bodenpolitik für eine klimawandelangepasste Landwirtschaft“.

Veranstaltet durch Forum DACH-Boden
In Kooperation mit:

 

Economists for Future e.V. dankt der Heidehof Stiftung für die Förderung im Rahmen des Projekts „Boden als öffentliche Infrastruktur“.

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